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Kreativität

Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und nützlich oder brauchbar ist.[1][2] Darüber hinaus gibt es verschiedene Ansätze, was Kreativität im Einzelnen auszeichnet und wie sie entsteht.

Das Wort Kreativität bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch vor allem die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch oder gestalterisch tätig zu sein. Daher ist fälschlicherweise die Vorstellung verbreitet, dass Kreativität nur mit Berufen oder Tätigkeiten aus den Bereichen der bildenden Kunst und der darstellenden Kunst verbunden ist („art bias“).[3]

Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das, sich selbst organisierend, in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht. Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Deshalb wird davon ausgegangen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt unbewusst „komponieren“. Diese Fähigkeit bleibt bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten.

Der Psychologe Csikszentmihalyi geht davon aus, dass Kreativität immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt stattfindet.[4]

Dabei wird zwischen alltäglicher („small c“) und außergewöhnlicher („Big C“) Kreativität unterschieden.[5] Außergewöhnliche Kreativität ist die herausragende (meist objektive) Kreativität wie auf der Ebene der Genies. Alltägliche Kreativität ist die (meist subjektive) Kreativität, die sich bei den meisten Menschen beobachten lässt, wie das Umgestalten eines Gartens oder dem Improvisieren beim Kochen.[5][6] Bei alltäglicher Kreativität steht das kreative Erleben im Vordergrund.[7] Laut der Kognitionswissenschaftlerin Boden ist außergewöhnliche Kreativität im Gegensatz zur alltäglichen nicht nur für die kreative Person, sondern auch für andere Menschen bedeutsam (Boden 1990). Dabei existieren viele Übergänge von alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität. Beide entwickeln sich in einem Zusammenspiel von Begabungen, Wissen, Können, intrinsischer Motivation, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden Umgebungsbedingungen.[8][9][10] Allerdings ist Kreativität nicht immer leicht zu verwirklichen. Schöpferische Tätigkeiten sind häufig mit Spannungszuständen verbunden. Aus psychologischer Sicht sind neben guten, aber nicht notwendigerweise Höchstbegabungen für Kreativität flüssiges Denken und Assoziations­freude sowie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und zur Grenzüberschreitung bedeutsam. Aus diesen Fähigkeiten und Einstellungen entstehen aber nur neue und brauchbare Produktionen, wenn flüchtige Einfälle festgehalten und kompetent ausgearbeitet werden.