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Ob Outdoor-Stelen, digitale Schaukästen vor dem Supermarkt oder einfache DooH-Lösungen – Digital Signage Touchpoints benötigen spezielle Glaslösungen im öffentlichen Raum. Die Auswahl der richtigen Glaslösung ermöglicht nicht nur bessere Sicht auf den Digital Signage Content und Vandalismus-Schutz, sondern reduziert auch die Wärmeeinwirkung im Gehäuse spürbar.

Eine ganze Reihe von Digital Signage-Bausteinen werden bei der Konzeption oft vernachlässigt. Dazu zählen neben Displayhalterungen, Verbindungskabeln und unsichtbaren Infrastrukturleistungen auch schützende Glaslösungen. Obwohl bestens sichtbar wird die Glasscheibe vor dem Display aber trotzdem oft bei der Planung übersehen.

invidis hat sich mit Dr. Christian Eibl von der Pilkington Deutschland AG/NSG Group zu einem Hintergrundgespräch getroffen. Die Pilkington Deutschland AG gehört zur japanischen NSG Group, welche einer der Top-Glasproduzenten weltweit ist. Die Konzerntöchter der NSG Group betreiben Forschung und Produktion weltweit, auch in Deutschland und ganz Europa. Flachglasprodukte, wie sie Pilkington Deutschland AG im Ruhrgebiet produziert, entstehen im sogenannten Float-Verfahren auf beeindruckenden Produktionsanlagen, die ununterbrochen am Tag und in der Nacht laufen.

NSG Pilkington auf der DSE 2019 (Foto: invidis)
NSG Pilkington auf der DSE 2019 (Foto: invidis)

Die für Digital Signage nützlichen Glasveredelungen haben wir gemeinsam mit der Pilkington Deutschland AG für die Branche zusammengestellt. Es sind eine ganze Reihe von Glas-Veredelungslösungen relevant, die auf Wunsch zu einer multifunktionalen Einheit miteinander kombiniert werden können. So werden in Sandwich-Glaslösungen eine Kombination von Technologien integriert, sodass zum Beispiel ein Schutzglas nicht nur erhöhten Vandalismus-Schutz, sondern auch Entspiegelung und IR-Schutz bietet.

  • Entspiegelung – Die wichtigste Veredelung für Outdoor Signage sind entspiegelte Glasoberflächen für eine verbesserte Sichtbarkeit der Screeninhalte. Dies geschieht, indem die natürliche Spiegelung der Glasoberfläche durch maßgeschneiderte Beschichtungen unterdrückt wird und die eigentlich interessierenden Inhalte hinter dem Glas auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gut zu sehen sind.
    Die Entspiegelung kann sogar die Lichtdurchlässigkeit des Glases erhöhen, ein günstiger Umstand bei der Einstellung der Display-Helligkeit.
  • IR-Schutz – Typischerweise schalten Outdoor-Displays bei Gehäusetemperaturen von über 45° Celsius automatisch ab. Ein Glas mit integriertem IR-Schutz reduziert den Wärmeeintrag des Gehäuses teilweise beträchtlich. Somit wird für die Stele auch nur eine Klimaanlage mit geringerer Kühlleistung benötigt. Doch der wirkliche Hebel ist ein spürbar geringerer Stromverbrauch im Betrieb.
  • Vandalismus-Schutz vor physikalischen Einwirkungen erfolgt auch über einen Vandalismus-Schutz des Glases. Dazu werden mindestens zwei, teilweise auch mehrere Glasscheiben mit speziellen Folien ohne Beeinträchtigung der Optik miteinander verbunden, es entsteht ein sogenanntes Verbundsicherheitsglas (VSG). Solche Gläser reduzieren oder beheben gar die Gefahr eines Eindringens durch die Scheibe und dienen daher zum Schutz teurer oder empfindlicher Produkte/Elektronik, die sich hinter der Scheibe befinden. Es gibt verschiedene Sicherheitsklassen, die je nach Anforderung zu Tragen kommen – man denke nur an einen Juwelierladen oder einen Bankautomaten – und mithilfe genormter Kugelfall-, Axt- oder Hammerschlagtests unterschieden werden.
  • Anti-Fingerprint – Ein Anti-Fingerprint-Oberflächenschutz des Glases reduziert nicht nur hässliche Fingerabdrücke, sondern ermöglicht auch eine vereinfachte Reinigung der Glasoberfläche. Daneben wird auch die Sichtbarkeit des Digital Signage Contents durch erhöhtes Kontrastverhältnis optimiert. Auch die verbesserte Haptik der Glasoberfläche führt zu einer angenehmeren Bedienung von Touch-Applikationen.
  • Passepartout-Druck – Neben technischen Optimierungen ermöglichen Glashersteller auch viele Möglichkeiten im Stelen-Design. Dies geschieht zum Beispiel über das Sandstrahlverfahren oder den Siebdruck: hier werden um den Sichtbereich herum Passepartouts mit opakem Randbereich und / oder fließendem Übergang auf die Glasoberfläche Ein Großteil der im Betrieb befindlichen Digital Signage Stelen setzt auf bedruckte Glasoberflächen. Viele Integratoren nutzen auch die Möglichkeit, den Rand zu bedrucken, um den zusätzlichen Platz für einen zukünftigen Tech Refresh für größere Screens zu verdecken.

In der Zukunft wird sich die Rolle von Glasoberflächen in Digital Signage Projekten noch weiter erhöhen, denn multifunktionale Verglasungen werden ständig weiterentwickelt, ausgelegt auf das Wohl des Nutzers: sei es Bedienbarkeit, Sichtbarkeit oder die Gesundheit.

Auch der Form und der Gestaltung von Glasfassaden sind kaum noch Grenzen gesetzt. So werden auch schaltbare Gläser, wie man sie aus dem ICE kennt, immer mehr auch für Meeting-Räume oder in Retail genutzt. Auch interaktive Verglasung ist im Kommen, Glasflächen werden damit zu großformatigen Displays.

NSG Pilkington auf der DSE 2019 (Foto: invidis)
NSG Pilkington auf der DSE 2019 (Foto: invidis)

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