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Vergiss‘ deinen eigenen Zinken, denn hier kommt die eNase: Eine neue Erfindung könnte künftig den Markt für Scent Marketing und Fragrance Marketing verändern.

Bislang sind auf dem Markt für Geruchs-Analytik lediglich vereinzelte und teure Lösungen für spezialisierte Anwendungen zu finden. Der Fokus liegt dabei weniger auf einem praktikablen Einsatz, als auf einer präzisen chemischen Analyse der Gaskomponenten.

Das soll sich nun ändern – und könnte dann auch den Breich für multisensorisches Marketing verändern – Gemeinsam mit dem Industriepartner smelldect entwickelt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine elektronische Nase, die eNase, mit der wesentliche olfaktorische Informationen schnell und einfach zu erfassen sind – nämlich, ob ein Geruch einem vorher angelernten Referenzgeruch entspricht und damit beispielsweise als gefährlich oder ungefährlich einzustufen ist.

Die künstliche Nase ist nur wenige Zentimeter groß und besteht aus einem Chip mit Nanodrähten aus Zinndioxid. Ist ein bestimmtes Geruchsmuster im Chip eingelernt, kann es der Geruchssensor innerhalb von Sekunden wiedererkennen.

Die eNase soll preiswert, anlernbar und somit nahezu universell einsetzbar sein. Mögliche Anwendungsszenarien sind bislang intelligente Brandmelder, das Raumluftmonitoring oder die Lebensmittelkontrolle. Aber auch im Bereich Marketing ließe sich eine eNase nutzen. Denn so könnte möglicherweise noch zielgerichteter detektiert werden, wie im Raum genutzte Düfte auch real beim Menschen ankommen. Auch durch den allgemeinen Boom bei IoT Devices könnte diese Sensorik auf weiter wachsendes Interesse stoße.

Wer einen Blick in die Zukunft – pardon: einen Riecher für die Zukunft – haben möchte, kann sich auf der Hannover Messe informieren. Dort präsentieren das KIT und smelldect einen einsatzbereiten Demonstrator der eNase. Bereits jetzt denken die Forscher auch an Anwendungen in Consumer-Elektronik. Zukünftig soll die Technologie so verkleinert werden, dass sie in einem Smartphone Platz findet.

Martin Sommer, KIT (Foto: KIT / Martin Sommer)
Martin Sommer, KIT (Foto: KIT / Martin Sommer)

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