Seite auswählen

Beim Mobile World Congress in Barcelona waren 5G und dessen Anwendungen in IoT sowie Innovationen die wichtigsten Trends. Leider spielte auch die Weltpolitik eine große Rolle.

Mit dem kommenden Standard 5G soll das Internet of Things erst so richtig in Fahrt kommen. Während hierzulande Tests laufen und es bereits einige Ideen gibt, wie in Telemedizin, industriellen Anwendungen oder bei Smart Cities die mit sehr geringen Latenzzeiten (und sehr energiesparsam) arbeitenden Netze und Endgeräte ganze Branchen verändern könnten, war der MWC 2019 auch politisch wie nie.

Und die große Politik könnte – etwa in Europa – für Verzögerungen sorgen, während in anderen Regionen der Ausbau möglicherweise schneller vonstatten gehen wird.

Denn die USA haben, beispielsweise durch ihren amtierenden Vizepräsidenten auf der Münchner Sicherheitskonferenz, ihre europäischen Partner auf Huawei aufmerksam gemacht. Sie befürchten Sicherheitslücken, die der Hersteller in Form von Backdoors oder „geheimen Ausschaltknöpfen“ implementieren könnte. Kritiker hingegen verweisen darauf, dass der us-amerikanisch-chinesische Handelskrieg wohl eher der Grund für diese Statements darstellen könnten, denn real nachweisbare Gefahren. Von letzteren hat die Welt nämlich bislang wenig gesehen. Dass Netzwerkausrüster wie Ericsson und Co. ebenso schnell und in der gleichen Qualität Geräte für die Netzwerkinfrastruktur kurzfristig werden liefern können, das bestreiten die größten Telcos, also deren Kunden.

So äußerte sich etwa Vodafone, man müsste in dem Fall, dass Huawei gemieden werden sollte, bereits installierte Technologie abbauen und durch andere ersetzen.

Die Bundesregierung gibt aktuell schmallippig zu verstehen, sie beschäftige sich noch mit dem Thema. Da Digitalthemen in Berlin momentan eher auf einem 2005-er Niveau gehandelt werden (Home Office ist dort nun der letzte Schrei und soll nach den ebenso schludrig hingeworfenen wie von Handlungen unbeeinflusst bleibenden Schlagworten „Flugtaxis“ oder „Breitbandausbau“ als Ausweis für innovative Digitalpolitik gelten), könnte sich also im schlimmsten Fall von Deutscher Telekom über Vodafone bis hin zu anderen Anbietern so mancher genötigt sehen, flächendeckende Roll-outs abzublasen oder zu verlangsamen. Bei aller 5G-Euphorie wäre dieses Mal zumindest nicht die Bundesnetzagentur diejenige, auf die die Welt mit den Fingern zeigt, respektive über diese kopfschüttelnd lacht.

Mit IoT- und Smart City-Lösungen hatten auf der Messe unter anderm die Mädels und Jungs von Magenta reüssiert.

Smart City: Deutsche Telekom pflanzt jetzt Bäume

Bei den Screen-Technologien wurde anhand von Smartphones deutlich, wie viel Innovationskraft die Displayindustrie weltweit besitzt.

Foldable und Rollable Screens waren das Hardware-Thema der Messe, auf der Hersteller wie Samsung, LG, Huawei oder TCL Tablets oder Smartphones mit faltbaren oder rollbaren Screens zeigten, was technologisch machbar ist.

Denn, und das ist die eigentliche Story dahinter, mit solcherart belastbaren wie flexiblen OLED-Screens lassen sich künftig noch ganz andere Devices für Consumer- wie Business-Anwendungen herstellen. Die wiederum könnten idealerweise für neue Geschäftsmodelle stehen. Dies dürfte auch Samsung im Blick haben. Der koreanische Hersteller zeigte in Barcelona sein Galaxy Fold, ein Modell mit 7,3″ AMOLED-Screen.

Um die Fantasie anzuregen: Auf dem MWC 2019 zeigte Hersteller Royole sein „FlexiPai“ (7,8″ Screen). Die inzwischen zweite Generation des Mobile Devices soll laut Hersteller bis zu 200.000 Biege-Vorgänge problemlos überstehen. Genutzt wird ein so dünnes Material, dass sich der Screen auf einer Rolle mit einem Durchmesser von lediglich 1 mm aufrollen ließe, wie invidis im Sommer 2018 berichtete.

Displayindustrie: Royole Corporation startet Serienproduktion flexibler OLED-Displays in China

Read more