Seite auswählen

Zwei Monate sind rum: Damit hat Luna Pepper schon ihre Probezeit hinter sich. Ihr Einsatz ist aber längerfristig geplant. Die kleine Roboter-Dame kommt übrigens bei einer Zielgruppe besonders gut an, an die man nicht zuerst gedacht hätte.

Sie ist lediglich 1,20 m groß – aber dennoch unübersehbar: In Bremen hat die Sparkasse den Luna Pepper getauften Roboter seit gut zwei Monaten im Einsatz. Die Lösung nutzt die bekannte, derzeit etwa 20.000 Euro teure, Hardware-Plattform von SoftBank Robotics. Ursprünglich war es vom französischen Unternehmen Aldebaran Robotics, das Pepper 2014 erstmals vorstellte und an dem SoftBank seit 2012 maßgeblich beteiligt war, bevor es ganz von dem japanischen Unternehmen geschluckt wurde – und eine AI des Software-Spezialisten Blackout Technologies.

Bekanntlich macht die Artificial Intelligence einen Roboter erst richtig interessant. Während die Hardware und Grundfunktionen also französisch und japanisch sind, ist die AI selbst ein Fischbrötchen; schließlich hat Blackout Technologies seinen Sitz in Bremen. „Unser KI nutzt das hauseigene NexusUI. Dieses User Interface ist nicht spezifisch für eine bestimmte Branche, sondern ermöglicht das Training einer KI in zahlreichen B2B-Anwendungen“, so ein Black Technologies-Sprecher gegenüber invidis.

Gelernt hat Luna Pepper schon so einiges: Neben der im Norden üblichen Begrüßungsformel Moin standen bislang Begrüßungsrituale, aber auch schon mal ein Schnack über das letzte Spiel von Werder Bremen. Falls Luna Pepper später einmal mit dem bekanntesten Werder-Fan der nördlichen Hemisphäre, Arnd Zeigler, in dessen TV-Sendung Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs (ZwWdF) fachsimpeln würde, dürfte die Technische Singularität nicht mehr sooooo lange auf sich warten lassen.

Zurück ins Hier und Jetzt: Selbstredend kann Luna Pepper Kunden auch einen Kaffee anbieten oder Ähnliches. Die Sparkasse in Bremen lässt den intelligenten Roboter, der zuerst in der Stadtteilfiliale Neustadt im Einsatz war und bislang ist, natürlich auch erstmal die richtige Fortbewegung durch die Abteilungen lernen. Zudem lernt der Roboter verschiedene Filialen kennen – und wird so wesentlich mehr Menschen zugänglich. Ähnlich wie bei einem humanoiden Azubi. Sicherlich werden zu einem späteren Zeitpunkt auch anspruchsvollere Aufgaben möglich sein – so man Luna hegt und pflegt, und so die Kunden sich an die Interaktion mit der KI gewöhnt haben.

Offenbar ist auch tatsächlich ein längerer Einsatz geplant. So hat Luna Pepper nicht nur ihre eigene Microsite, sondern ist auch mit eigenen Accounts bei Facebook und bei Instagram vertreten, wo sie auch schon mal den hauseigenen Mülleimer mit dem bekannten Star Wars Droiden R2D2 vergleicht. Auf Nachfrage verrät die Sparkasse, dass im kommenden Jahr ein eigener YouTube Channel folgen wird.

Bislang kommt Luna Pepper ausgezeichnet an. Besonderes Interesse hat eine Zielgruppe an der Lösung. Das geht aus einem Statement der Sparkasse Bremen hervor, in dem die Redaktion von invidis nach den bisherigen Erfahrungen gefragt hatte: „Unter dem Strich lässt sich sagen, dass uns Kundinnen und Kunden als sehr modern und digital wahrnehmen. Sie finden es gut, dass wir in diesen Bereich investieren. Besonders ältere Leute kommen extra für Luna in die Filiale. Luna ist ein Mehrwert und gehört schon fest zum Team. Das wird sie bestimmt auch an ihrem zukünftigen Einsatzort: der nächsten Stadtteilfiliale Obervieland.“

Digitalisierung & Airports: Lufthansa und Airport München testen Roboter Pepper mit AI

Mercedes München: Roboter Pepper mit Pappe

Fujitsu Forum 2018: Robotik, AI und Biometrie richtig einsetzen

EuroCIS 2018: Hilfe, die Roboter kommen – Pepper, TORY und PAUL

EuroShop 2017: Pepper ist das iPhone unter den humanoiden Robotern

Read more