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Die Deutsche Telekom nahm heute die ersten öffentlichen Stromtankstellen in Bonn und Darmstadt in Betrieb. Damit beginnt das Unternehmen den Aufbau eines bundesweiten Netzes mit öffentlichen Ladestellen für Elektroautos. Die Telekom rüstet hierfür Teile der vorhandenen Telekommunikations-Infrastruktur zu Ladestationen auf.

Die Deutsche Telekom setzt auf die eigene bundesweite Infrastruktur, so wie es auch schon beim DooH-Markteinstieg der Fall war. Unterhalb der meisten deutschen Bürgersteige liegen Telekomkabel, an jeder zweiten Straßenecke ein Verteilerkasten. Welche zusätzlichen Services über die bestehende Infrastruktur gewinnbringend angeboten werden können, wird seit vielen Jahren bei der Deutsche Telekom diskutiert.

Mit einem eigenen DooH-Netzwerk versuchten es die Bonner ab 2007. Mit großem Aufwand wurden Stadtvermarktungsverträge akquiriert, Ziel war es die vorhandenen Werbeträger durch digitale zu ergänzen und dafür die vorhandene Telekommunikationsinfrastruktur zu nutzen. Doch die Telekom war einige Jahre zu früh am Markt, 2013 wurden mit hohen Ambitionen gestartete DooH-Initiative eingestampft und die Indoor DooH-Tätigkeiten an die Finanzbeteiligung Cittadino abgegeben.

Digitale Außenwerbung: Cittadino übernimmt das DooH-Netz der Telekom

Nun soll also mit einem Elektroauto-Ladenetz die nächste Stufe der Monetarisierung gezündet werden. Die Aussichten stehen nicht schlecht, der Bedarf an einer bundesweiten Ladeinfrastruktur ist groß. Von den bundesweit 380.000 Kabelverzweigern hat die Telekom ca. 12.000 als mögliche Standorte für Ladestationen mit Parkmöglichkeit identifiziert.

Neben den Telekom-Standorten mit Mittelspannungsanlagen, die sukzessive mit Schnell-Ladestationen aufgerüstet werden, nutzt die Telekom vor allem ihre für Festnetz- und Internetverbindungen nötigen Kabelverzweiger. Die „grauen Kästen“ am Straßenrand erhalten dazu eine eigene Stromversorgung und eine digitale Messstelle. Diese nachhaltige Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur erspart zusätzliche Aufbauten im Stadtbild. Pro Ladestelle können zwei Fahrzeuge über einen Ladestecker Typ 2 mit jeweils 11 kW versorgt werden. Die „Destinationsladestellen“ bieten innerhalb einer Stunde genug Strom für eine Reichweite von 50 bis 75 Kilometern – je nach Fahrzeugtyp. Der zusätzlich benötigte Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen.

„Für Darmstadt ist die Inbetriebnahme der drei innerstädtischen Ladesäulen eine weitere, wichtige Wegmarke für die Entwicklung zur digitalen Modellstadt. Gerade die Verbindung von Digitalisierung und Elektromobilität erschließt uns Möglichkeiten, Verkehr in der Stadt künftig intelligenter, effektiver und klimafreundlicher zu organisieren“, sagt der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch.

In Bonn feiert die Telekom gleich eine doppelte Premiere: Hier nimmt sie die erste umgerüstete Ladestation in Betrieb. Zusätzlich geht hier auch die erste Schnell-Ladesäule ans Netz.
„Die Ladekapazität der meisten Elektrofahrzeuge reicht aktuell nur für normales Laden. Beim Aufbau unseres bundesweiten Ladenetzes kombinieren wir Schnell-Ladepunkte mit Normal-Ladepunkten und schaffen bereits heute eine zukunftssichere Infrastruktur“, sagt Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer DFMG Deutsche Funkturm GmbH und Comfort Charge GmbH. Parallel zu den Destinationsladestellen sind in den nächsten drei Monaten ca. 100 Schnell-Ladestationen vorgesehen, die sich in den nächsten drei Jahren auf ca. 500 erhöhen. Diese sind unabhängig von der bereits vorhandenen Telekommunikations-Infrastruktur und bieten den Nutzern bis zu 150 kW. In nur zehn Minuten lädt ein Fahrzeug hier Strom für ca. 100 Kilometer Reichweite. Das ist die derzeit schnellste Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge in Deutschlands Städten.

Wer nur sein Mobiltelefon aufladen muss, kann sich bei der kroatischen Deutsche Telekom Tochter bedienen. Dort werden seit Frühjahr 2018 DooH-Outdoor-Stelen mit Lademöglichkeiten installiert

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